Keine Taxifahrt mit Rollstuhl

Marianne Wieser aus Wels wollte am 25. November 2019 zum Harfenunterricht in die Musikschule fahren und rief um 16:25 Uhr ein Taxi. In zehn Minuten sollte es da sein, kam aber nicht. 20 Minuten später rief die an Multipler Sklerose erkrankte Frau nochmals an. „Ich bekam zur Antwort ,Ah Sie, mit dem Rollstuhl‘, und man legte auf. Ich versuchte noch mehrmals, das Taxi zu erreichen, wurde immer weggedrückt. Ich wartete rund eine Dreiviertelstunde und musste meinen Unterricht absagen“, erzählt Wieser. Sie war durchgefroren, wütend und traurig zugleich.

Bild: krai/OÖN

Beitrag in den OÖ Nachrichten

Der Bitte der Österreichischen MS-Gesellschaft an die Geschäftsführung der Funktaxi 234 GmbH um eine Stellungnahme kam diese am 2. Jänner 2020 nach.

„Wir bedauern diesen Vorfall natürlich und möchten uns hiermit für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.

Zur Sachverhaltsdarstellung ist folgendes zu sagen: Speziell in der Vorweihnachtszeit kommt es in unserem Gewerbe leider des Öfteren zu Engpässen, welche im Vorhinein, sprich bei der Bestellung des Taxis, teilweise nicht absehbar sind. So kommt es leider zu Ausnahmesituationen, in denen sich die Wartezeiten auf bis zu 30 Minuten verlängern können, unabhängig davon ob der Fahrgast in einem Rollstuhl sitzt.

Ein Geschäftszweig unseres Gewerbes sind Krankentransporte mit Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Hierbei handelt es sich sehr oft um Personen mit Handicap und eben auch Rollstuhlfahrer/innen. Unsere Taxilenker sind täglich mit solchen Situationen konfrontiert und daher entbehrt der Vorwurf des Zusammenhanges, der sehr langen Wartezeit und der Tatsache des für Frau Wieser notwendigen Rollstuhles, jeglicher Grundlage. Weiters möchten wir festhalten, dass die in den OÖ Nachrichten geschilderte Vorgehensweise betreffend das Telefonat so nicht stimmt. Auch ist ein „Wegdrücken“ nicht möglich, da die Anrufe direkt in unseren Fahrzeugen an Funkgeräten entgegengenommen werden und hier keine Telefonnummer des Anrufers ersichtlich ist und auch technisch kein „Wegdrücken“ möglich ist. Da wir nur über eine Telefonleitung verfügen ist es bei einem hohen Anrufaufkommen möglich, dass der oder die Anrufer/in ein Besetztzeichen erhält oder netzabhängig auch eine Durchsage, dass der Teilnehmer derzeit nicht erreichbar ist.

Anzumerken ist ebenfalls, dass es sich laut Auskunft durch Herrn Heinz Reischütz (Taxiunternehmer bei unserer Funkgruppe und von Frau Wieser in dem Zeitungsartikel positiv erwähnt) bei diesem Rollstuhl um einen Sportrollstuhl handelt, der sich nicht zusammenklappen lässt. Dieser Umstand schränkt natürlich die Anzahl der in Frage kommenden Fahrzeuge stark ein.

Wir hoffen mit dieser Stellungnahme Ihre offenen Fragen zu diesem Vorfall beantwortet zu haben und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Andreas Raffel
Johann Ehmair-Breitwieser
Herbert Hausjell

Geschäftsführung Funktaxi 234 GmbH“

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