Benigne (milde) Multiple Sklerose

Die Krankheit verläuft in Schüben, es tritt keine Behinderung nach einem Zeitraum von 10 Jahren auf. Dieser Verlauf wird zunächst bei ca. einem Drittel der Patienten angenommen. Dieser Einschätzung entsprechen nach 15 Jahren nur mehr ein Viertel und nach 20 Jahren etwa ein Fünftel der Patienten. Die Angaben beziehen sich auf den natürlichen Krankheitsverlauf und stammen aus einer Zeit, bevor wirksame kausal ansetzende Therapien eingesetzt werden konnten.

Eine frühe konsequente Basistherapie kann nach derzeit vorliegenden Therapiestudien in vielen Fällen eine günstigere Prognose bewirken. Die Bezeichnung „benigne MS“ stellt eigentlich keine Diagnose, sondern eine „retrospektiv (rückblickend) gestellte Prognose“ dar.

Der klinische Verlauf der MS ist sehr variabel und folgt im Laufe der Jahre einem nicht vorhersehbaren Muster. Die im Laufe der Jahre anwachsende neurologische Beeinträchtigung ist einerseits Folge einer inkompletten Wiederherstellung der Funktionen nach Erkrankungsschüben oder aufgrund einer langsam zunehmenden Verschlechterung (Progression) entstanden.