Einfluss der Myelinscheiden

Durch Schädigung der Myelinscheiden kommt es zu den Symptomen der MS.

Myelinscheiden werden von Zellen gebildet, die man als Oligodendrozyten bezeichnet. Sie haben eine wichtige Funktion in der Nervenleitung, da sie eine Isolierschichte um die Axone bilden. Axone sind jene Nervenzellfortsätze, über die Signale des Nervensystems weitergeleitet werden. Bei einer Störung der Isolation, also der Myelinscheide, kommt es sozusagen durch „Kurzschlüsse“ zu einer Störung der Nervenleitung und in weiterer Folge zu den Symptomen, die dann von den Betroffenen wahrgenommen werden.

Myelinscheiden sind sehr empfindliche Strukturen, deren Funktion leicht beeinträchtigt werden kann. Bei der Multiplen Sklerose konnten zumindest vier verschiedene Mechanismen festgestellt werden, die im Rahmen der Entzündungsreaktion jeweils zur Zerstörung der Myelinscheiden führen. Man muss also davon ausgehen, dass die gleiche klinische Symptomatik der Multiplen Sklerose nicht bei jedem Betroffenen dieselbe Ursache hat. Interessanterweise scheint aber andererseits bei jedem individuellen Betroffenen auch über die Jahre immer derselbe Mechanismus für die Entmarkung verantwortlich zu sein.