Steuerfreibeträge

im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung

Aufwendungen für die eigene Behinderung oder die des Partners können bei der Arbeitnehmerveranlagung als außergewöhnliche Belastungen steuermindernd geltend gemacht werden. Sie benötigen dazu einen Nachweis Ihrer Behinderung (bzw. der Behinderung Ihres Partners/Ihrer Partnerin), entweder in Form einer amtsärztlichen Bestätigung oder mittels Behindertenpass.

Ausgaben für Medikamente, Kuren, Spitalskosten oder Hilfsmittel gehören zu den „außergewöhnlichen Belastungen unter Berücksichtigung des Selbstbehaltes“, d.h. für die Berücksichtigung in der Arbeitnehmerveranlagung müssen die Ausgaben den Selbstbehalt, der von der Höhe des Gesamtjahreseinkommens abhängt, übersteigen. Liegen die tatsächlichen Kosten unterhalb des Selbstbehaltes, wirken sie sich nicht steuermindernd aus.

Pauschale Freibeträge

Ab einem Grad der Behinderung von 25% erhalten Sie pauschale Freibeträge, gestaffelt nach dem Grad der Behinderung. Als Nachweis kann z.B. der abschlägige Bescheid des Behindertenpasses oder des Feststellbescheid dienen, wenn hierbei ein Grad der Behinderung ab 25 % festgestellt wurde.

Wenn Sie Pflegegeld beziehen, entfällt allerdings der Freibetrag. Sie können zusätzlich zum Pauschalbetrag auch die tatsächlichen Kosten für Heilmittel, Diäten etc. geltend machen („außergewöhnliche Belastungen ohne Berücksichtigung des Selbstbehaltes“). Auch Kosten der Heilbehandlung (Arzt- und Spitalskosten, Kur- und Therapiekosten, Kosten für Medikamente im Zusammenhang mit der Behandlung) können ohne Kürzung durch Selbstbehalt berücksichtigt werden.

Tipp für Autofahrer

Außerdem besteht ein zusätzlicher Steuerfreibetrag für Menschen mit Behinderung, die auf die Verwendung eines PKW für Privatfahrten angewiesen sind. Für dauernd stark gehbehinderte Personen gilt die „Große Pendlerpauschale“, wenn die Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht zumutbar ist (Entfernung zum Arbeitsplatz mehr als 2 km). Das Fahrzeug muss auf die behinderte Person zugelassen sein. Die Gehbehinderung wird entweder durch den Ausweis nach § 29b StVO oder durch die entsprechende Eintragung im Behindertenpass nachgewiesen. Für gehbehinderte Personen mit einer Erwerbsminderung von mehr als 50 % gibt es die Möglichkeit, Taxikosten in der Höhe eines Pauschalbetrages geltend zu machen, sofern sie über keinen eigenen PKW verfügen.

Nähere Informationen finden Sie auch hier.

Negativsteuer

Personen mit aktivem Einkommen aufgrund von Berufstätigkeit, deren Einkommen unterhalb der Steuerpflicht liegt, erhalten einen Teil der bezahlten Sozialversicherungsbeiträge rückerstattet.

Für weitere Auskünfte kontaktieren Sie bitte das für Ihren Wohnsitz zuständige Finanzamt!