EDF fordert Ende der Segregation von Menschen mit Behinderungen

Einen tragischen Brand in Tschechien nimmt das European Disability Forum zum Anlass, auf seine Forderung nach dem Ende der Unterbringung von mehr als einer Million Menschen mit Behinderungen in europäischen Institutionen hinzuweisen.

Bei einem Brand im Heim für Menschen mit Behinderungen „Caucasus“ in der tschechischen Kleinstadt Vejprty  kamen am 19. Jänner 2020 acht Männer mit Lernbehinderung ums Leben. Weitere 25 Personen wurden leicht verletzt.

Laut dem European Disability Forum (EDF) zeigt dieser Brand alles auf, was in Wohnheimen falsch läuft: „Er veranschaulicht, dass die Segregation Menschen mit Behinderungen in Heimen isoliert und allen Arten von Risiken aussetzt: Dem Risiko der sozialen Isolation, aber auch Armut und Ausgrenzung – und in diesem Fall auch noch dem Tod aufgrund eines unterfinanzierten und unsicheren Lebensumfelds“, erklärte das EDF in einer Aussendung und fordert alle europäischen Länder auf, vermeidbare Todesfälle zu verhindern und sämtliche Wohneinrichtungen zu schließen.

Mann sitzt mit gesenktem Kopf und barfuß auf dem Boden, Schriftzug: Segregation von Menschen mit Behinderungen muss aufhören

Die Österreichische MS-Gesellschaft schließt sich dem Aufruf von Inclusion Europe an die tschechischen Behörden an: Diese sollen den Brand, die Ursachen für die vielen Todesfälle und die in dieser Einrichtung angewendeten, besorgniserregenden Praktiken gründlich untersuchen. Darüber hinaus sollen sie den Überlebenden sowie den Angehörigen der Verstorbenen angemessene Unterstützung bieten. Zudem sollen den Überlebenden eine angemessene Unterkunft und Unterstützung angeboten werden, damit diese ein unabhängiges Leben führen können. Die Behörden werden auch aufgefordert, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um den Übergang von der institutionellen zur ambulanten Unterbringung abzuschließen.

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