NÖ ändert Richtlinien für Tagesstätten und Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung

Die Niederösterreichische Landesregierung beschloss am 30. Mai eine Änderung der Richtlinien im Bereich der Tagesstätten und Wohneinrichtungen für Menschen mit Lern- und Mehrfachbehinderungen.

Mann mit Sprachsteuerung vor PC, Text: Änderungen der Richtlinien im Bereich der Tagesstätten und der Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung, Credit: Canva

Die Richtlinien wurden 2012 bzw. 2016 von der Niederösterreichischen Landesregierung beschlossen. Mit dem heutigen Regierungsbeschluss wurden notwendige Aktualisierungen vorgenommen und dabei im Bereich der Tagesstätten eine neue Regelung zur Vereinbarkeit von Tagesstättenbesuchen und der Beschäftigung am Arbeitsmarkt bzw. weiteren Beschäftigungsangeboten eingefügt.

Mit der neuen Regelung erhalten Menschen mit Lern- und Mehrfachbehinderungen die Möglichkeit, bei gleichzeitigem Besuch einer Tagesstätte einer Teilzeitbeschäftigung  nachzugehen. Eine weitere Neuerung ist, dass nun auch die gleichzeitige Betreuung in zwei verschiedenen Tagesstätten möglich sein wird. Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Klientinnen und Klienten der jeweiligen Einrichtungen über einen längeren Zeitraum Einblick in weitere Angebote bekommen und herauszufinden können, welches Beschäftigungsprojekt ihren Anforderungen, Interessen und Begabungen am besten entspricht.

Ebenfalls neu ist, dass die Abwesenheit von Bewohnerinnen und Bewohnern, die als Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter tätig sind, nicht mehr zu den Abwesenheitstagen zählen. „In ihrer Rolle als Selbstvertreterin und Selbstvertreter sind die Klientinnen und Klienten oft auf Sitzungen, Veranstaltungen oder Treffen unterwegs. Es darf kein Nachteil sein, sich in diesem Rahmen zu engagieren. Die Änderungen freuen uns daher auch in diesem Bereich sehr“, erklärte Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister in einer Aussendung.

Zusätzlich wurde im Bereich der Wohneinrichtungen im Zuge der Richtlinienänderungen die Altersgrenze für eine Aufnahme in eine entsprechende Einrichtung herabgesetzt. So besteht für Menschen mit Behinderung ab der Beendigung der Schulpflicht die Möglichkeit, in eine Wohneinrichtung zu ziehen. Zuvor war dies erst ab einem Alter von 27 Jahren möglich.

Quelle: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung