Interferon-beta 1a

Mit Interferon-beta steht ein Medikament als Injektion zur Therapie der Multiplen Sklerose (MS) zur Verfügung. Es ist in verschiedenen Darreichungsformen mit unterschiedlichen Injektionsabständen und -wegen verfügbar.

Interferon-beta 1a (Avonex®) kommt als Basistherapie bei Menschen mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS) zum Einsatz.

Interferon beta-1a wird angewendet zur Behandlung von:

  • Patientinnen und Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS). In klinischen Studien war diese durch mindestens zwei akut auftretende Schübe während der letzten drei Jahre gekennzeichnet ohne Hinweise auf ein kontinuierliches Fortschreiten der Erkrankung zwischen den Schüben. Interferon-beta 1a verlangsamt das Fortschreiten der Behinderung und verringert die Häufigkeit von Schüben.
  • Patientinnen und Patienten nach einem einmaligen demyelinisierenden Ereignis mit aktivem, entzündlichen Prozess, wenn dieses demyelinisierende Ereignis eine intravenöse Kortikosteroidtherapie rechtfertigt,  alternative Diagnosen ausgeschlossen wurden und ein hohes Risiko für die Entwicklung einer klinisch gesicherten Multiplen Sklerose besteht.

Interferon beta-1a ist bei Patientinnen und Patienten, die eine progrediente Form der MS entwickeln, abzusetzen.

Dosis

  • Interferon beta-1a kann intramuskuläre (i.m.) mithilfe eines Einweg-Fertigpens oder einer Einweg-Fertigspritze angewendet werden.
  • Die empfohlene Dosis für die Behandlung der schubförmigen MS beträgt
  • 30 Mikrogramm (0,5 ml Lösung), einmal wöchentlich verabreicht als intramuskuläre (i.m.) Injektion.
  • Um bei Patienten die Häufigkeit und Schwere grippeähnlicher Symptome zu reduzieren, kann bei Behandlungsbeginn eine stufenweise Auftitration durchgeführt werden, welche vorab mit dem behandelnden Arzt besprochen wird.
  • Das Medikament kann auch selbst ohne die Hilfe eines Arztes injizieren werden, wenn dieser die Patientin/den Patienten entsprechend eingewiesen hat.

Gegenanzeigen

  • Patientinnen und Patienten mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen natürliches oder rekombinantes Interferon-β, Humanalbumin oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Patientinnen und Patienten, die aktuell an schweren Depressionen erkrankt sind und/oder Suizidgedanken haben

Schwangerschaft und Stillzeit

Falls klinisch erforderlich, kann die Anwendung von Interferon beta-1a während der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden. Interferon beta-1a kann während der Stillzeit angewendet werden.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind grippeähnliche Symptome wie Muskelschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwitzen, Asthenie, Kopfschmerzen und Übelkeit sowie Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung, Verhärtung, kleine Blutergüsse.

Nach den Injektionen können vorübergehende neurologische Symptome auftreten, welche möglicherweise MS-Schübe vortäuschen. Zu jeder Zeit während der Behandlung können vorübergehende Episoden von erhöhtem Muskeltonus und/oder starker Muskelschwäche auftreten, die willkürliche Bewegungen verhindern. Diese Vorfälle sind von begrenzter Dauer, stehen in zeitlichem Zusammenhang zu den Injektionen und können nach weiteren Injektionen erneut auftreten. In einigen Fällen sind diese Symptome mit grippeähnlichen Symptomen assoziiert.

Darüber hinaus können Depressionen, Hautausschläge und eine erhöhte Neigung zu Krampfanfällen auftreten.

Quelle:  Europäische Arzneimittel-Agentur

Avonex® (Interferon beta-1a) ist in der Dosis von 30 µg (Injektion in den Muskel einmal pro Woche) für die Behandlung des sogenannten klinisch isolierten Syndroms (KIS) als auch der schubförmigremittierend verlaufenden Multiplen Sklerose (RRMS) zugelassen. Avonex® wurde in großen klinischen Studien an MS-Patienten mit KIS und RRMS getestet. Dabei hat sich das Medikament im Vergleich zu einer Placebobehandlung als wirksam erwiesen, da Krankheitsschübe reduziert und das Fortschreiten der Behinderung gebremst werden konnten. (Kompetenznetz Multiple Sklerose)

Pegyliertes Interferon beta-1a

Pegyliertes Interferon beta-1a (Plegridy®) kommt als Basistherapie bei schubförmig remittierender Multipler Sklerose (MS) zum Einsatz und wird alle zwei Wochen mit einer Spritze oder einem Fertigpen unter die Haut (subkutan) verabreicht.

Das Arzneimittel wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmig remittierender Multiple Sklerose.

Pegyliertes Interferon beta-1a scheint das Immunsystem des Körpers davon abzuhalten, das Gehirn und Rückenmark zu schädigen, wodurch die Zahl der Schübe gesenkt und die behindernden Auswirkungen der MS verlangsamt werden.

Dosis

  • Peginterferon beta-1a kann subkutan (s. c.) mithilfe eines Einweg-Fertigpens oder einer Einweg-Fertigspritze angewendet werden.
  • Die empfohlene Dosierung von Peginterferon beta-1a beträgt 125 Mikrogramm (0,5 ml Injektionslösung), alle 2 Wochen (14 Tage) als subkutane Injektion angewendet.
  • Bei Behandlungsbeginn wird eine stufenweise Auftitration der Dosis empfohlen, welche zuvor mit dem behandelnden Arzt besprochen wird.
  • Peginterferon beta-1a kann auch selbst, ohne Hilfe eines Arzte, injiziert werden, wenn dieser die Patientin/den Patienten in diese Art der Anwendung eingewiesen hat.

Gegenanzeigen

  • Patientinnen und Patienten mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Peginterferon beta-1a, Interferon beta-1a oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Patientinnen und Patienten, die aktuell an schweren Depressionen erkrankt sind und/oder Suizidgedanken haben

Schwangerschaft und Stillzeit

Falls klinisch erforderlich, kann die Anwendung von Peginterferon beta-1a während der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden. Peginterferon beta-1a kann während der Stillzeit angewendet werden.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Erytheme an der Injektionsstelle, grippeähnliche Erkrankungen, Fieber, Kopfschmerzen, Myalgie, Schüttelfrost, Schmerzen an der Injektionsstelle, Gefühl von Schwäche und Müdigkeit (Asthenie), Juckreiz an der Injektionsstelle und Arthralgie.

Darüber hinaus können Leber- und Nierenprobleme, Depression, schwere allergische Reaktionen, Krampfanfälle auftreten. Selten kommt es zu Erkrankungen des Blutes.

Quelle: Europäische Arzneimittel-Agentur, Gebrauchsinformation des Herstellers

Plegridy® (Peginterferon beta-1a) ist in der Dosis von 125 µg (Injektion unter die Haut alle 2 Wochen) für die Behandlung der schubförmig-remittierenden MS (RRMS) zugelassen. Plegridy® wurde in großen klinischen Studien an MS-Patienten mit RRMS getestet. Dabei hat sich das Medikament im Vergleich zu einer Placebobehandlung als wirksam erwiesen, da Krankheitsschübe reduziert und das Fortschreiten der Behinderung gebremst werden konnten. (Kompetenznetz Multiple Sklerose)