Rote-Hand-Brief zu Tecfidera® (Dimethylfumarat)

Aktualisierte Empfehlungen im Zusammenhang mit Fällen von progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML) bei leichter Lymphopenie.
Besonders wichtig ist das regelmäßige Monitoring der Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Lymphozyten).

Monozyten und Lymphozyten, Credit: Canva

Unter der Anwendung von Tecfidera® (Dimethylfumarat) wurden Fälle von progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML) bei bestehender leichter Lymphopenie (Lymphozytenwert ≥ 0,8 x 109/l und unter dem unteren Normwert) gemeldet. Zuvor war PML nur im Zusammenhang mit einer mäßigen bis schweren Lymphopenie bestätigt worden. Daher sind folgende Aktualisierungen für die Risikominimierung einer PML zu beachten:

  • Tecfidera® ist bei Patientinnen und Patienten mit vermuteter oder bestätigter PML kontraindiziert.
  • Eine Therapie darf bei Patientinnen und Patienten mit schwerer Lymphopenie (Lymphozytenwerte < 0,5 × 109/l) nicht eingeleitet werden.
  • Falls die Lymphozytenzahl unterhalb der Norm liegt, sollte vor Einleitung einer Therapie mit Tecfidera® eine umfassende Abklärung möglicher Ursachen durchgeführt werden.
  • Tecfidera® sollte bei Patientinnen und Patienten, bei denen eine schwere Lymphopenie (Lymphozytenwerte < 0,5 x 109/l) auftritt, die mehr als sechs Monate andauert, abgesetzt werden.
  • Wenn eine Patientin bzw. ein Patient eine PML entwickelt, muss Tecfidera® dauerhaft abgesetzt werden.
  • Die Patientinnen und Patienten sollten angehalten werden, ihre Partner oder Betreuungspersonen über ihre Behandlung und die möglichen Symptome einer PML zu informieren, da diese Symptome wahrnehmen könnten, die von der Patientin bzw. vom Patienten nicht bemerkt werden.
  • Bei allen Patientinnen und Patienten sollen gemäß Fachinformation vor Behandlungsbeginn und danach alle drei Monate die absoluten Lymphozytenzahlen bestimmt werden.

Rote-Hand-Brief zu Tecfidera® (Dimethylfumarat) vom 9. November 2020